Luftfahrttechnischer Museumsverein Rothenburg e.V.
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Der Hubschrauber Mil Mi-14PL

Nato-Code: HAZE A

Hinweis: Seit dem 12. November 2010 nicht mehr im Bestand des Museums!

Die Mil Mi-14 ist ein aus der bekannten Mi-8 abgeleiteter Amphibienhubschrauber. D.h. er war durch seinen wasserdichten bootsförmigen Rumpf und den seitlich aufblasbaren Stützschwimmern zu Wasserlandungen in der Lage. In der NVA wurde er im Marinehubschraubergeschwader MHG-18 Standort Parow bei Stralsund in den Versionen Mi-14 PL als UAW-Hubschrauber (U-Boot-Abwehr) und Mi-14 BT als MAW- Hubschrauber (Mienenabwehr) eingesetzt. Die Zuführung begann 1979/80 mit der Serie Mi-14 PL und wurde 1985/86 mit der Mi-14 BT beendet.

Bei der Version Mi-14 PL wurde die U-Bootsuche mittels hydroakustischer Sensoren (Bojen und Tauchsonar), nachschleppbaren Magnetanomaliedetektor , Radar oder Sichtkontakt durchgeführt. Die Bekämpfung von entdeckten U-Booten konnte mittels mitgeführten Wasserbomben oder zielsuchenden Torpedos AT-1 bzw. AT-2 erfolgen.
Die Version Mi-14 BT handelten in engen Zusammenwirken mit MAW-Schiffen, von denen sie das Räumgerät übernahm und dann an einer Trosse über das Wasser schleppten. Damit konnten insbesondere schwer befahrbare oder gefährliche Gewässer beräumt werden. Die Mi-14 BT wurden in der Zweitrolle auch als Seenotrettungshubschrauber verwendet. In dieser Eigenschaft wurden sie 1989/90 zu SAR-Hubschrauber mit orangefarbener Kontrastbemalung umgerüstet und bis 1993 in SAR-System der Ostseeküste eingesetzt.

 

Rotordurchmesser
21,29 m
  Höchstgeschwindigkeit
230 km/h
210 km/h
Länge
25,32 m
Marschgeschwindigkeit
165-210 km/h
Höhe
6,94 m
Dienstgipfelhöhe
4000 m
Besatzung
2 Piloten, Operator Mechaniker
Überführungsreichweite
Aktionsradius
1100km
400 km
Leermasse
8900kg
Kraftstoffvorrat: 3530 l + Zusatzbehälter 465 l
Max. Startmasse
14 000 kg
Triebwerk
2 * Isotow TW3-117M

Bewaffnung max. 2000kg:

Wasserbomben ; UAW-Torpedos, Sonarbojen

Startleistung

Marschleistung

2 * 1636 kW

2*1250 kW

Der Hubschrauber Mi-14PL mit der Kennung 95+04 / ex NVA 620 Zelle-Nr.: B-4004

Der Hubschrauber Mi-14 PL mit der Bundeswehr-Kennung 95+04 ; Takt.-Nr. 620 in der NVA ( Zelle-Nr. B-4004) wurde im September 1980 im MHG-18 in Dienst gestellt und verblieb dort bis zur Aussonderung durch die Bundeswehr.

 

Feuerlöschhubschrauber aus Rothenburg

Insgesamt 9 Hubschrauber Mi-14 (3x PL und 6 x BT) kamen 1994 nach Rothenburg zur Fa. Aerotec. Diese baute Hubschrauber der Version Mi-14 BT zu Feuerlöschhubschrauber um, die 4500 l Wasser  innerhalb von 2 Minuten aus einem nur 50 cm tiefen Gewässer aufnehmen konnten. Vier Feuerlöschhubschrauber wurden gefertigt und als S9-TAF bis S9-TAJ in Sao Tome und Principe zugelassen. Da sich die Mi-14 PL nicht zur Umrüstung als Feuerlöschhubschrauber eignet und die angedachte Variante zur Bekämpfung von Ölunfällen oder als Hubschrauber für Katastropheneinsätze nicht verwirklicht wurde, konnte eine Mi-14 PL in das Museum integriert werden.